Die Lage im Iran wird am Tag 10 nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl immer unübersichtlicher. Wie staatliche Medien verkündeten, starben am Wochenende bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Paramilitärs mindestens 10 Personen. In den Tagen zuvor waren es nach offizielelr Lesart bereits 7 Tote. Somit erhöht sich die Zahl der Toten auf mehr als 17 Menschen. Die Verzweiflung und Angst der Menschen lässt sich nur erahnen. Journalisten ist es seit Tagen nicht erlaubt aus Teheran zu berichten. der BBC-Korrespondent aus Teheran wurde sogar des Landes verwiesen. Wie Amateuraufnahmen zeigen, bleiben den Leuten gegen die Messer und Waffen der Polizei und Paramilitärs oft nur die eigenen Hände und aufgelesene Steine. Soviel Mut angesicht der Hilflosigkeit ist beeindruckend. Auf CNN stolperte ich neulich über ein Foto, dass zunächst wie jedes andere wirkt. Gar nicht mal so spektakulär meint man. Hat man doch in den letzten Tagen schon Tote, Blut, Schießereien und Folter live via Internet miterleben können. Doch das Foto des Mannes mit der Spielzeugpistole hat mich zu Tränen gerührt. Jener Mann, der ungefähr so alt ist wie mein Vater und dessen einziger Schutz eine Spielzugpistole ist. “Hol dir eine richtige!” möchte man ihm zurufen. Oder “vorsicht, das wird sie nicht abschrecken!”. Und wieder soviel Hoffnungslosigkeit und Mut zugleich. Wie er voran schreitet, hinter ihm eine junge Frau und ein Mann. Welch’ Symbol dieses Widerstandes, der schon lange kein “Ein-Generationen-Projekt” mehr ist. Alte werfen sich vor die Jungen, Eltern vor ihre Kinder. Hand an Hand schreiten sie von Demo zu Demo, festen Blickes in die Läufe der Polizisten und Paramilitärs.
Neue Formen des Protestes
Trotz der Eskalation auf den Straßen im Iran denken die Oppositionsanhänger nicht ans Aufhören. Wie Oppositionskandidat Mussawi am Wochenende mitteilte, hält er an seiner Forderung Neuwahlen auszurufen fest. Lieber würde er den Märtyrerweg gehen,