Neulich erzählte mir ein Freund eine Geschichte die ich gar nicht glauben wollte. Er fragte mich, woher wohl die BILD-Zeitung all ihre internen Informationen über die jeweiligen Fussballvereine der Bundesliga hätte. „Keine Ahnung“ antwortete ich. Er fragte ob ich einen schwulen Profifussballer kenne und ich sagte wieder nur nein. Dann bekam ich zu meinem erstaunen die prickelnde Antwort auf die Frage woher die Bild-Zeitung zumindest einen Teil ihrer Interna hat. Sie hat angeblich in einigen Fällen ihre Informationen durch Erpressung erlangt. Ein beliebtes Thema ist dabei die Sexualität oder das Privatleben der Fussballspieler und Trainer. Als jemand der die homo- , bi und transexuellen Szenen und die Medienwelt kennt erscheint mir diese Story möglich.
Machen wir uns nichts vor, irgendwann bekennt sich jeder der auf Männer steht, und wenn auch nur für wenige Stunden oder auch nur gegenüber einer Person. Die BILD-Zeitung verfügt angeblich über ganze Ansammlungen mit persönlichen Informationen über Menschen. Gerade die homophobe Fussballwelt, in der es keinen Schwulen zu geben scheint, würde -freundlich gesagt- extrem gereizt reagieren auf einen schwulen bzw. bisexuellen Fussballer. Deshalb schwärzen die Betroffenen vielleicht lieber den Trainer oder die Geschäftsführung an als selbst auf der Titelseite zu landen. Vergessen wir nicht, 10 % der Deutschen sind Homosexuell, also in jeder Mannschaft auf dem Feld statistisch mindestens einer! Falls ihr euch über solche und andere fiese Machenschaftend der Bild-Zeitung ärgert besucht doch diese Seite hier. Sie ist aktuell, kritisch, frech und sicher unterhaltsam.
Da das einer meiner öfter besuchten Blog Einträge ist kann ich ja auch noch was zu meinen Thesen hinzufügen:
Ich glaube mitnichten dass es immer überhaupt soweit kommt dass man jemanden für sein Schweigen bezahlen muss. Es ist wohl auch nicht ganz richtig zu behaupten jeder zehnte im Profifussball sei homosexuell. Ich denke ein großer Teil der homosexuellen Fussballspieler verlässt entweder in jungen Jahren die Profilaufbahn oder derjenige unterdrückt seine Sexualität und folgt dem gesellschaftlichen Mainstream. Ich war zuletzt auch auf der Veranstaltung „Homophobie im Fussball“ im Olympiastadion. Da habe ich viele richtige Sachedn gehört die eigentlich so lächerlich sind. Angeblich gilt im Profifussball Männlichkeit als gute Eigenschaft: Tugenden wie Fleiß, Ehrgeiz, Kraft, Willensstärke usw. werden mit Männlichkeit asoziiert. Weiblichkeit steht für Schwäche, Schutzbedürftigkeit, Unterlegenheit usw. Somit ist der Fussball an vielen stellen nicht weniger als ein Spiegelbild der Gesellschaft und ihrer Rollenbilder. Somit erklärt sich warum lesbische Frauen mit ihrem (auch völlig falsch gedeuteten) lesbisch = männlich sein eher akzeptiert werden. Vielleicht liegt der Schlüssel auch in einem Aufbrechen der von der Mehrheit der Menschen geforderten Männlichkeit im Frauenfussball. Aber zurück zur Veranstaltung. Es wurden viele nette Sachen gesagt, viel wurde versprochen aber was raus kommt wird man sehen. Viele Clubs unterzeichnen ja mittlerweile diese Erklärung gegen Diskriminierung. Das ist ein erster Schritt. Und es ist natürlich gut dass das ganze mal auf die sportliche und auch politische Agenda kommt. So ein Prozess muss aber von unten aus der Gesellschaft geschehen, Politk hat eben auch ihre Grenzen. Nach wie vor glaube ich dass sehr viel erpresserisches Potenzial in dieser Thematik gibt. Ich würde mich nie wegen irgendwas erpressen lassen aber leider nehmen viele Konventionen ernster als ihre individuelle Freiheit. Ich hoffe die Leute werden irgendwann begreifen wie dumm und kurzsichtig ihre Denkweisen sind. Nicht jeder Schwule ist feminin, nicht jede Fussballspielerin ist lesbisch und erst Recht nicht jede Lesbe ist gleich total männlich in ihrem auftreten. Überhaupt, was ist schon männlich und was st weiblich? Eine Frau kann genau so zielstrebig oder meinetwegen auch stark sein wie ein Mann. Diese ganzen Kategorien sind doch Unsinn!
Kommentar von Ario — 26. Oktober 2007 @ 22:02
Schade, dass soviele den Blogeintrag googeln (gerade nach der DSF Doku aber auch schon davor) und niemand mal was dazu schreibt. Ist der meistgelesene Eintrag bei mir…
Kommentar von Ario — 29. Mai 2008 @ 11:25
…oder wollt ihr einfach nur wissen wer schwul ist in der Bundesliga? Who cares?
Kommentar von Ario — 29. Mai 2008 @ 11:25
@Ario:
Vielleicht stimmen ja alle Leute dem Eintrag zu und schreiben deswegen nichts mehr als Kommentar.
Deine These hat übrigens was für sich, wobei ich es jedoch in einem Punkt doch nicht glaube – spätestens zu Karriereende wäre das „Geheimhalten“ für die BILD nichts mehr wert und dann könnten sie die Sache aus dem (Gift-)Schrank holen.
Kommentar von Jens — 30. August 2008 @ 10:51
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