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3. März 2008

Über Macht und Ethik

Gespeichert unter: Politik — Schlagworte: , , — Ario @ 17:26

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Ich habe ein Problem: Ich verstehe nicht wieso alle Menschen seit dem Einzug der Partei DIE LINKE nur noch davon reden dass Grüne irgendwie an DIE Macht müssen und somit MÜSSEN wir mit der CDU/CSU auf langer Sicht kooperieren. Das ist doch total systemkonform und hat nichts mit „neuer Politik“ zutun für die wir mal standen, oder? Das neue liegt doch nicht in einer neuen Farbenlehre, das Neue läge in einer Abkehr von diesem Systemzwang!

Es gibt ja auch noch Minderheitenregierungen, wechselnde Mehrheiten und viele rote Bündnisse. Macht ist doch nicht nur wenn man in eine Regierung mit einem ungeliebten Partner geht, oder? Hieß Macht für uns nicht auch immer auserparlamentarische Gruppen im Rücken zu haben die mit ihrem Druck auch mehr bewegen als ein ungeliebter Koalitionsvertrag? Das haben wir in der Zukunft so verloren dass wir für unsere Mehrheiten (angeblich!) jetzt sogar die Schwarzen brauchen. So ein Schmarrn!

Wieso also dieser Systemzwang? Wie können wir diesem entgehen? Und vor allem wo liegt die Ethik?
Die CDU/CSU wird immer und überall als tolle, demokratische Partei gepriesen mit der man reden MUSS und mit der man ernste Koalitionsgespräche führen MUSS. Das sie immernoch die Strauß’sche Doktrin „rechts von uns die Wand“ vertreten und sogar der SPD Vorwürfe machen sie hätte die Ängste IHRES Randes nicht ernst genommen müsste einen doch aufhorchen lassen. Soviel „muss“ wie in dieser Debatte kotzt mich an.

Sind wir so eine Partei geworden die NUR aufgrund von Koalitionsverträgen Politik macht? Die keinen Platz mehr hat für Gefühle, für Ethik und Moral? Muss ich mit einem Freund der Rechten und Rechtspopulisten wie von Beust als Grüner wirklich überhaupt reden oder ist es nicht viel mehr meine Pflicht beleidigt zu sein bei soviel Kacke wie er produziert hat? Ist er nicht schon zu sehr belastet? Und müssen wir drastisch überspitzt bei nem guten Koalitionsvertrag mit jeder Partei mit dem bloßen Blick nach vorne und nicht zurück koalieren?
Also in Zukunft auch mit einer (viel.!) in die Mitte rückenden DVU die ja Umweltschutz auch im Programm hat? Wollen wir wirklich nur nach vorne gucken? Geht die Gefahr für die Demokratie denn wirklich von paar alten Greisen aus die vor 60 Jahren die NS Zeit mittrugen oder geht die wirkliche Gafahr für heute nicht gerade von allzu nach allen Seiten offenen bürgerlichen Parteien und jungen Menschen aus, die den Judenhass der Geschichte unkritisch sehen, die Fremdenhass und Xenophobie erst Salon fähig machen und schwache Menschen wie Tiere behandeln wie Schill und Beust?

Ist kein Platz für die noch immer offenen Wunden die die Politik der CDU/CSU bei Minderheiten hinterlassen hat? Wie sieht unsere Form der Missbilligung solcher gerade mal paar Jahre und Wochen zurück liegender Kränkungen aus? Dass wir den von Beusts, den Merkels, den Kochs, und den Becksteins den Gefallen tun und koalieren?

6 Kommentare »

  1. Danke Mann für diesen tollen Text!

    Kommentar von Dennis — 4. März 2008 @ 14:08

  2. Danke Mann für diesen tollen Text!

    Kommentar von Dennis — 4. März 2008 @ 14:11

  3. Sorry, aber WordPress hat mich aufgefordert das nochmal zu schicken!
    *Dennis ist an gar nix schuld*

    Kommentar von Dennis — 4. März 2008 @ 14:51

  4. [...] Hinter dem schmeichelhaften Begriff Realo befindet sich ein ganzes Sammelsurium von unterschiedlichen Strömungen. Das reicht vom Wertkonservativen, über den Neoliberalen fischerscher Prägung bis zum inhaltlosen Karrieristen, für den Inhalte eher hinderlich sind, wenn man Anknüpfungspunkte an CDU …. [...]

    Pingback von Die Grünen sollten endlich erwachsen werden « Maik`s geblogge — 5. März 2008 @ 11:27

  5. ist verziehen dennis!

    Kommentar von Ario — 9. März 2008 @ 16:35

  6. [...] Immer mal wieder schockiert eine Abwanderung von den Grünen zu ‘denen’, zu einer Gruppe oder Institution, mit der man die Grünen eigentlich nicht in Verbindung bringt, sei es die Tabakindustrie, die Atomstromfreunde von EnBW mit Rezzo Schlauch im März 2006, die ungeklärte Verbindung der grünen Ex-Umwelt-Staatssekretärin Simone Probst mit dem Energieriesen eON schon vor Februar 2006, die Abwanderungen von Frau Roth aus Bayern zur FDP (unter Mitnahme ihres frisch gewählten Mandats) oder von Oswald Metzger zur CDU (ohne seinen Landtagssitz) frustrieren manche, die positiven Antworten mancher Mandatsträger auf Schwarzgrünes Liebeswerben frustrieren andere in Zeiten in denen sogenannte Realos keine Parteimehrheit mehr haben. Wer ist, was ist noch wirklich Grün? Mit wem kann man koalieren und noch Grüne sein? [...]

    Pingback von Macht und Ethik: Wann ist man kein Grüner mehr? - Grüne Kraft für Europa - Wolfgang G. Wettach - http://gruene.wettach.org — 20. Mai 2008 @ 01:12


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