Lieber Bahnchef Hartmut Mehdorn,
herzlichen Glückwunsch, sie haben es geschafft! Ihre freiheitliche Vision einer bürgernahen, kostengünstigen und effektiven Deutschen Bahn AG – die diesen Namen auch verdient – geht in Erfüllung! In Zukunft wird der deutsche Michel sicher wie sie zu der Erkenntnis kommen, dass faire Preise nur vom freien Marktzugang und Wettbewerb – sprich von einem Börsengang – garantiert werden.
Die gewerkschaftliche Propaganda und die linksradikalen Kampagnen der vergangenen Wochen gingen sowieso nur von einer aufgeregten Minderheit aus. Sie sind ein standhafter und fairer Anwalt der Sache des kleinen Mannes geblieben. Sie wissen ja, Globalisierung und Marktperspektiven sind komplexe Themenfelder die sicher nicht jeder gleich versteht. Begreifen sie sich als Pionier, die Zukunft wird ihnen Recht geben.
Mit Bewunderung und Bestürzung musste ich der Presse entnehmen, dass sie die äußerst sympathische und kompetente Personalvorstandschefin Margret Sukale gegen einen Gewerkschaftsfunktionär austauschen werden. Das zeugt von wahrer Größe! Wer kann nun noch behaupten es ginge bei der Deutschen Bahn AG nur um „Anlegerinteressen“? Norbert Hansen hat sich schließlich immer als besonders kritischer, aufrührerischer Geist im Sinne der Rechte der Arbeitnehmer hervor getan. Seine Integration in das Zukunftsprojekt Deutsche Bahn AG zeugt von ihrer Weitsicht und Toleranz Herr Mehdorn.
Auch ihr bis 2023 brüderlich versprochener beriebsbedingter Kündigungsschutz von knapp 15 Jahren ist mehr als nur ein Finger den sie den Arbeitnehmern reichen. Es ist eine Hand die sie ihnen reichen, um mit ihnen zusammen das Zukunfsprojekt Deutsche Bahn AG bis in die entlegensten Winkel der Welt zu tragen. Nur so können der hohe Service, die Zuverlässigkeit und die niedrigen Preise für unsere Kinder gesichert werden. Was wir brauchen ist Wettbewerb, keine Arbeitsplatzgarantien. Angesichts der guten Wirtschaftslage und der hohen Lohnabschlüsse müsste es möglich sein bis 2023 das Haus zweimal abbezahlt zu haben.
Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass dies erst der Anfang war. 24,9 Prozent reichen bei weitem nicht aus um dem Druck aus Frankreich, Indien, und China Stand zu halten. So Gott will wird eine solide bürgerliche Mehrheit ab 2009 dafür sorgen, dass auch in 20 Jahren der heutige Standard zu niedrigeren Preisen für die Kunden gewährleistet werden kann. Auch Dank ihnen Herr Mehdorn, der sie doch bis dato im Ruf standen der marktfeindlichen SPD nahe zu stehen. Gut dass sie sich nicht von den Drohsels und Conradis haben einschüchtern lassen.
Wenn ich mir einen Bundesminister für Verkehr wünschen dürfte, sie wären es!
Ich verbleibe mit marktfreundlichen Grüßen,
Ario Ebrahimpour Mirzaie
[...] Wer hätte jemals gedacht, dass ausgerechnet Ario mal öffentlich dem Machiavelli der Entmobilisierung der deutschen Provinz Hartmut Mehdorn huldigt? [...]
Pingback von Blogparade vom 15.5.08 « Maik`s geblogge — 15. Mai 2008 @ 18:38