http://ordnungspolitiker.de politik/leben/kultur

Offener Brief an Seyran Ates

19. September 2009 · 9 Kommentare

Der Arbeitskreis Grüne MuslimInnen von Bündnis 90/Die Grünen NRW hat in Kooperation mit mir und vielen anderen Aktiven sowie Funktions- und MandatsträgerInnen aus dem ganzen Land einen offenen Brief an Seyran Ates verfasst. Diesen kann man sich hier ansehen. Grund für die Reaktion unsererseits waren die in meinen Augen respektlosen Äußerungen von Frau Ates gegenüber Kopftuch tragende Frauen und Bündnis 90/Die Grünen insgesamt. Der Artikel, welcher auf WELT online veröffentlicht wurde, geht in eine Richtung, die nicht unwidersprochen bleiben darf. Ich hatte schon kurz nach Veröffentlichung des Textes von Frau Ates die Kommentierungsfunktion auf WELT online genutzt, um meine Meinung kundzutun. Ich hoffe viele Menschen können etwas mit diesem offenen Diskurs anfangen. Ich hoffe, es kommen nicht wie so oft Anfeindungen aus der islamfeindlichen und rassistischen Ecke um PI-News oder ähnlichen Seiten und Protagonisten.

Update I:  Der Tagesspiegel berichtet heute ausführlich über Seyran Ates und ihre beschämenden Äußerungen über Frauen die Kopftuch tragen. Zum einen ist da die Berliner Journalistin und Moderatorin Ferda Ataman, welche in ihrem Artikel sehr gut deutlich macht, dass ein breiter Konsens in der Kritik an Ates’ These besteht. Diese sagte, Bündnis 90/Die Grünen wären aufgrund ihrer Kopftuchträgerinnen unwählbar. Der Offene Brief der Grünen bekommt Zuspruch von CDU und SPD. Zum anderen ist da die Journalistin Claudia Keller, die in einem ersten und zweiten Kommentar deutlich macht, dass die pauschale Gleichsetzung von Kopftuch und Unterdrückung falsch ist. Gleichwohl geht sie richtigerweise auf die Biographie von Seyran Ates ein und zeigt, woher ihre nachvollziehbare – aber dadurch nicht korrekteren – Kritik am Kopftuch rührt. Claudia Keller zeigt, dass einige Frauen Seyran Ates viel zu verdanken haben, aber dass ihre jüngsten Äußerungen eben dadurch nicht besser werden. Ebenso möchte ich nicht verschweigen, dass Claudia Keller die “Attacken” der Grünen in Form eines offenen Briefes nicht gut findet. Sie wünscht sich eine andere Art des Diskurses.  Ich empfinde den offenen Brief ja als sehr fair und inhaltlich – wenn auch streng in der Sache. Dieser offene Brief soll ja auch der erste Schritt hin zu einem persönlichen und freundschaftlichen Austausch sein. Übrigens haben auch die Süddeutsche Zeitung und mehrere türkische Zeitungen über den Dissenz zwischen Seyran Ates und Vertretern der Grünen berichtet.

Update II: Im österreichischen Blatt derStandard legt Seyran Ates nochmal nach und bezeichnet die Grünen als “scheinheilig” und “weltfremd”. Davon unbeeindruckt, hat sich Vera Lengsfeld (ihres Zeichens Direktkandidatin der CDU in Friedrichshain-Kreuzberg) dazu entschieden, kommentarlos auf Frau Ates’ niveaulosen Pöbel-Beitrag hinzuweisen. Darüber hinaus erscheinen heute auch wieder in türkischen und türkisch-deutschen Zeitungen Beiträge und Kommentare zu der Kontroverse zwischen Bündnis 90/Die Grünen und Seyran Ates. Positiv fällt mir im ganzen Diskussionsprozess auf, dass viele das Thema Kopftuch und Wahlfreiheit wichtig finden, aber die Art wie Frau Ates es kommuniziert als zu konfrontativ ansehen. Ich will nicht beschönigen, dass auch unser offener Brief einigen zu agressiv erscheint. Ich finde aber, man sollte immer Aktion und Reaktion unterscheiden. Frau Ates hat mit der unsachlichen Kopftuchzählerei und den Beleidigungen gegenüber weiblichen Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen begonnen. Bei aller Richtigkeit dieses Diskurses ist für mich langsam fraglich, ob es um die Sache geht oder Frau Ates’ neues Buch. Aber das kann man ja auch beides verbinden. Ein Buch ist auch nur eine Meinung! Bin da gar nicht so streng, was die Vermarktung ihrer Publikationen angeht.

Kategorien: Politik
Mit Tag(s) versehen: ,

9 Antworten bis hierher ↓

  • BrandNewWelt // 22. September 2009 um 09:45 | Antworten

    Die WELT hätte Ihren Kommentarbereich schon vor Jahren schließen sollen – oder einfach mal die IPs veröffentlichen …. dass die PI-Hetzer dahinterstecken ist mehr als offensichtlich – wenn man die Textstellen mit den Kommentaren vergleicht.

    Ich bin zwar auch Atheist und denke, dass eine aufgeklärte moderne Welt über das Übel der Religion längst erhaben sein sollte – aber dennoch achte ich die Freiheit derer, die noch nicht so weit sind.

    • Thomas // 13. November 2009 um 08:56 | Antworten

      Hallo,
      Du pflegst also einen hedonistischen Lebenswandel.
      Ja was glaubst Du denn, wie lange Du ihn noch pflegen kannst, wenn wir nicht endlich zu unseren Werten stehen, die in unserem Grundgesetz niedergeschrieben sind.
      Die Grünen sind in ihrem Kern rassistisch. Ich komme selbst aus der Gründergeneration der Grünen, ich weiß wie alles begang und wie sie aufgestellt sind.
      Gebt doch einfach mal KBW und Grünengründung bei google ein.
      Ihr werdet euch wundern.
      Menschenrechte sind universell, sie gelten auch für Frauen aus muslimischen Ländern.
      Warum tummeln sich bei den Grünen die ganzen Kopftuchträger und nationalistischen Türken.
      Von denen müssen wir uns sagen lassen deutscher Nationalstolz wäre falsch.
      Gleichzeitig pflegen sie aber ihren türkischen Nationalstolz und finden einen Herrn Erdoğan toll, der die Unverschämtheit besitzt um nach Köln zu reisen und dort die hier lebenden türkischen Mitbürger aufzuforden sich nicht zu assimilieren.
      Dieses wäre ein Verbrechen.
      Was fordert dieser islamistische Mensch von den Armeniern, Kurden, Griechen, Christen….in der Türkei.
      Welche Minderheitenpolitik betreibt er?
      Wie sieht es aus mit der Christenverfolgung?
      Wendet euch mal an die Gesellschaft für bedrohte Völker, auch da werdet ihr euch wundern.
      Warum wird unser Grundgesetz weltweit kopiert?
      Es ist gut.
      Wer Minderheiten nicht respektiert, dazu gehören für mich auch z.B. Schwule und Lesben, wer Frauen nicht respektiert, wer Gleichberechtigung nicht respektiert, wer andere Religionen nicht respektiert hat hier nichts zu suchen.
      Es ist mit unserem Grundgesetz nicht zu vereinbaren.
      Unsere Werte werden doch schon verändert, durch die völlig verfehlte Politik der Grünen.
      Wer trägt den die Last der Einwanderung?
      Das sind doch nicht die Grünen und deren Wähler.
      Die wohnen nicht in den Stadtteilen mit hohen Einwanderungszahlen, sie schicken die wenigen Kinder, die sie haben nicht in Schulen mit hohem Einwanderungsanteil.
      Wer dieses Land und seine grundgesetzlichen Werte nicht achtet, bzw. nicht dazu steht, hat es zu verlassen.
      Jedes Einwanderungsland dieser Erde handelt dementsprechend, warum Deutschland nicht?
      Wie können wir weiter die Armutsinwanderung aus Anatolien zulassen, von der dieses Land nichts hat.
      Im Gegenteil es verursacht imense Kosten.
      40 % der in Berlin lebenden Türken leben von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld (dieser Teil ist allerdings sehr gering), von Hartz4, von Sozialhilfe, (Spiegel 2009/Oktober).
      Wir holen uns keine Fachkräfte oder Menschen mit Bildung, wie andere Einwanderungsländer. Nein, sondern rückständige, nicht bildungs- und integrationswillige Menschen.
      Warum ist es dennn in Anatolien ein Gütezeichen nach Deutschland verheiratet zu werden?
      - kein erlernen der deutschen Sprache
      - keine Achtung der deutschen Kultur
      - Frauenunterdrückung
      - Zwangsverheiratung (was immer auch einhergeht mit Vergewaltigung)
      ein Thema womit die Grünen ja sehr große Schwierigkeiten haben.
      - Verwandtenverheiratung (Spiegel 2009) (Inzuchtproblematik) wird gescheut von den Grünen, wie vom Teufel das Weihwasser.
      - keine Achtung der Rechte von anderen Minderheiten, auch hier müssen vor allem gleichgeschlechtlich liebende Menschen hervorgehoben werden.
      Geht doch mal in die Chats wie Netlog zum Beispiel, was ihr da für Einstellungen Frauen gegenüber und Weltbilder von männlichen Türken präsentiert bekommt ist ungeheuerlich und absolut nicht mit deutschen und europäischen Werten zu vereinbaren.
      Wie schon zwei türkische Ministerpräsidenten treffend sagten; der eine 4 Milionen, der andere 6 Milionen müßt ihr uns schon abnehmen.
      Rechnet doch nur mal diese Kosten aus und das nur für Berlin.

      Das übersteigerte Selbstgefühl der Türken zeigt sich auch in der Meinung, ohne die Arbeit der Türken hätte es in Deutschland keinen Wiederaufbau und kein Wirtschaftswunder gegeben. In einem Flugblatt des Koordinierungsrates der türkischen Vereine in Nordrhein-Westfalen heißt es: “Ohne die Ausländer ständen die Deutschen heute noch auf ihren Trümmern … Wer das Land aufgebaut hat, dem gehört es auch. Darum: Der nächste Bundeskanzler muß ein Türke sein. Die Kreuze müssen verschwinden! Der Islam ist die stärkste Kraft. Der Islam wird siegen.” Natürlich sind solche Äußerungen nicht repräsentativ. Aber dürfen wir sie deshalb ignorieren?

      Nun gut, wahrscheinlich bin ich jetzt wieder der böse Rassist, weil ich das geschrieben habe.
      Das ist ja das Demokratieverständnis der Grünen.

      Zu meiner Person, ich bin selbst links sozialisiert, gehöre zu den Menschen die, die Grünen möglich gemacht haben.( Was ich heute zutiefst bereue)
      Ich bin für Einwanderung, die aber kontrolliert, wie in jedem anderen Einwanderungsland auch.
      Warum lassen wir nur 2000 irakische Christen ins Land, die im Gegensatz zu den anatolischen Türken gut ausgebildet, integrationswillig sind und zum großteil auch noch selbst Vermögen besitzen.
      In der letzten Ausgabe von Pogrom (Zeitung der Gesellschaft für bedrohte Völker) ist nachzulesen welche Minderheiten gut integriert sind ohne Kosten für den deutschen Staat, unter anderem türkische Christen, die wegen Verfolgung geflohen sind.
      Den Grünen ist mittlerweile eigentlich nur noch eine Frage zu stellen; “Was hat euch eigentlich dieses Land getan?”
      Denn es gibt nicht einen Wert, für die sie angetreten sind, den die Grünen nicht verraten haben.
      Nicht einen.
      Alle Gutmenschen, wofür sich die Grünen gerne ausgeben sind in Amt und Würden.
      Vor allem auch die KBW-Geldgeber der Grünen, dafür haben sie gesorgt.
      Warum ist eine deutsche Frau, die ihr Leben lang gearbeitet hat, die jetzt gehbehindert ist und von ihrer Rente leben muss. Die sich von dem sauer erarbeiteten Geld eine Eigentumswohnung im sozialen Wohnungsbau kaufte.
      In diesem sozialen Wohnungsbau werden mittlerweile integrationsunwillige Immigranten eingewiesen, die, die Aufzüge zerstören, ihre Notdurft im öffentlichen Bereich verrichten….
      Diese Frau die den Grünen mal das Bafög mitbezahlt hat, die dieses Land möglich gemacht hat…
      Was hat diese Frau jetzt von ihrem lenenslangen arbeiten?
      Wie kann es sein, das diese Frau, Menschen gleichgestellt ist, die nichts für dieses Land getan haben, die dieses Land nur als Melkkuh betrachten, die nichts an Werten respektieren was dieses Land ausmacht?

      Thomas

  • Ario // 22. September 2009 um 10:58 | Antworten

    Viele Menschen übersehen ja in meiner Kritik an Frau Ates oftmals, dass mir der “Lifestyle” von Frau Ates im Grund näher ist als der “Lifestyle” eines gläubigen bzw. religiösen Menschen.

    Ich hab abere trotz meines hedonistischen Lebenswandels keine Angst vor Religionen oder dem Islam. Wieso denn auch? Diese Angst ist in meinen Augen der Kern der Kritik vieler rechts-konservativer und vieler rechtsextremer Protagonisten. Eine diffuse Angst vor Kulturverlust und Freiheitsberaubung. Das nehme ich zur Kenntnis und möchte argumentativ aufzeigen, dass diese Angst unbegründet ist.

    Trotz meinem atheistischen Lebensstils vertrete ich Werte wie Religionsfreiheit, Kleidungsfreiheit und Meinungsfreiheit. Wenn wir daran etwas ändern würden, wären wir nicht besser als die, die in Afghanisten und anderen Regionen die Frauen zum Kopftuch oder zur Burka zwingen wollen.

  • Cathrin // 23. September 2009 um 09:37 | Antworten

    Hallo Ario,

    und was ist mit dem Selbstbestimmungsrecht der juingen mädchen.
    Wenn Mädchen unter 14 mit einem Kopftuch rumlaufen müßen oder wenn mädchen gemobbt werden weil es die mehrheit kopftuch trägt.
    über all dies berichten Schullehrer und rektoren und ich denke das diesen mädchen geholfen werden muss und wenn es durch ein verbot ist. Welches recht zählt denn mehr – das selbsbestimmungsrecht der menschen oder der eltern.

    und in Deutschland ist es mitunter nicht anders als in Afghanistan oder anderen ländern – selbst in frankreich sind muslimische verbände für das kopftuchverbot in schulen und es wird ein burkaverbot diskutiert.

    die grünen sollten sich dieser diskussion nicht verweigern oder einfach totschlagen so wie das getan wird.
    was die Frauenfrage betrifft so denke ich, dass die grünen sich sehr fortschrittlich geben – tatsächlich aber sehr viel sexismus anzutreffen ist und ich war in einigen grünen gremien.

    wenn es keine quote gebe, würde ich denken hätten die grünen weniger frauen in den parlamenten als die cdu.

    und dann ist da noch die zustimmung zur verschärfung des §218 in der opposition trotz gegenteiliger wahlprogramme und das prostitionsgesetz das menschhandel erleichtert hat, die ausstiegsprogramme nicht bereitgestellt hat und die situation der frauen verschärft hat – beispiel flatrate bordelle

    und die grünen schweigen oder reden alles bunt und schön in verkennung der wirklichkeit

    • Ario // 23. September 2009 um 10:22 | Antworten

      Die Frage ist doch, wie erzieht man selbstständige, selbstbestimmte Frauen und Mädchen? Ich persönlich finde es auch immer sehr bedenklich, wenn z.B. kleine Mädchen, wo deutlich wird, die wissen noch nicht soviel über Religion, Zwang und Freiheit, schon mit Kopftuch rumlaufen müssen. Aber oberstes Ziel ist doch die Vermittlung von Individualität und das Wissen, man kann Kopftuch tragen muss aber nicht. Und wir rden bei vielen Mädchen von 15/16 jährigen. Was will man da noch mit Zwang bewirken?

      Ich bin auf jedenfall für mehr Aufklärung über Wahlfreiheit – gerade an Schulen und in der Öffentlichkeit. Dazu kann es sinnvoll sein, sowohl Kopftuchträgerinnen als auch solche, die bewusst keines tragen ins Boot zu holen und im Rahmen einer Kampagne oder ähnliches für das Wahlrecht zu werben. Gerade eine gläubige Kopftuchträgerin, die erklärt, wieso sie das Kopftuch trägt und wieso es jeder Frau Recht ist keines zu tragen, wieso sie als grüne Muslimin für Schwulenrechte kämpft, für soziale Gerechtigkeit usw. ist doch authentischer als wenn ich das als nicht-religiöser Mann sage. Sowohl die Muslimin die Kopftuch trägt als auch die die keines träg (und zu sehen dass beide sich achten), das sind doch echte Role-Models für viele Forderungen, die die Gesellschaft an MulslimInnen stellt.

      Was das Kopftuch an Schulen angeht muss man sagen, dass Frankreich ein laizistischer Staat ist. Dort hat Religion nichts zu suchen an Schulen. Wir haben durch die positive Behandlung des Christentumns einen Präzedenzfall geschaffen, welcher es uns verbietet generelle Verbote von religiösen Symbolen auszuspechen. Das finde ich generell auch schwierig, da es schwer ist zu sehen was “religiös” ist und was “modisch” ist. Burkas habe ich an unseren Schulen noch keine einzige gesehen. LehrerInnen sollten aber sehr wohl darauf achten, dass religiöse Bekenntnisse erst ab dem Alter zur Schau gestellt werden, wo man sich auch sicher sein kann, dass die religiöse Wahlfreiheit gegeben ist. Das ist meines Wissens mit 13 oder 14 in Deutschland. Und dann sollte man behutsam nachhorchen ob Freiheit oder Zwang zum tragen kommt.

      Desweiteren ist es doch eher so, dass sich Kopftuchträgerinnen ausgegrenzt fühlen. Von einem positiven “Druck” Kopftuch zu tragen habe ich nichts mitbekommen.

  • BlogIG – Migrationsblog der InitiativGruppe // 24. September 2009 um 00:11 | Antworten

    [...] ordnungspolitiker.de gibt einen Überblick. [...]

  • Petra Kirsch // 27. Oktober 2009 um 15:51 | Antworten

    Das kopftuch sollte verboten werden und zwar sofort, der Islam oder das was wir hier erleben-die Scharia gleich mit,die Grünen sind machtgeil und unwählbar, ich erbebe bei den Gedanken- sie könnten dieses Land irgendwann regieren !!!
    petra K

  • Sussan Seyyedi // 29. Oktober 2009 um 21:30 | Antworten

    Man muß Frau Ates Ansichten zum Kopftuch nicht mögen, man kann die Grünen, muß sie aber auch nicht lieben, aber was das Kopftuch angeht, so vermisse ich hier die Wahrnehmung von einem Land, in dem seit 30 Jahren das Tragen des ach so wunderbaren, sicherlich eindeutig religiös legitimierten und unwidersprochene Kopftuchs als Staatsform praktiziert und auch mit Hingabe jeder Frau und sei sie nur eine arme Besucher-Heidin aus dem Ausland aufgezwungen wird. Ich spreche hier vom Iran. Ich empfehle jedem, jeder einmal dort hinzufahren, um die Freuden des Kopftuchtragens (immer, überall, jederzeit!) mal am eigenen Leib zu erfahren. Wenn Iranerinnen nach Deutschland kommen, sei es wegen Asyl, oder siehe Shirin Ebadi, dann wird sehr deutlich, was das Kopftuch ist: Zeichen der Unterdrückung der Frau. Wenn schon Kopftuch, dann auch für alle muslimischen Männer!

  • Sussan Seyyedi // 29. Oktober 2009 um 22:26 | Antworten

    Noch ein Nachtrag: Das Kopftuch ist keinesfalls gesichert legitimiert durch Koran oder Hadith (das ist das, was der Prophet vermeintlich gesagt, oder getan hat usw.). Es hat sich allerdings als grundsätzliches Element der religiösen Bekleidung der muslimischen Frau (nicht aller muslimischen Schulen) hervorgetan, und man kann sicher nicht daran vorbeigehen. Aber der Blick in den Iran zeigt, daß die Iranerinnen, die das Land verlassen, das Kopftuch schon im Flugzeug abziehen. Es ist ein Gefühl der Befreiung von der Bevormundung einer Religion, die vor allem eines ist, im rechtlichen Bereich ein Paradies für Männer. Als ich vor einigen Jahren in Iran war, zwang ich meinen onkel dazu, ein schwarzes festsitzendes Kopftuch über die mittagszeit zu tragen, er wurde fast ohnmächtig. Es behindert das Laufen, es ist äußerst lästig, es verrutscht ständig (auch noch in Verbindung mit dem Schleier /Tschador). Man schwitzt sich zu Tode, es entstellt das Gesicht, was soll ich noch dazu sagen??
    Muslimische Männer, achtet auf eure Ehre und tragt das Kopftuch!!

Hinterlasse einen Kommentar