Ursula von der Leyen will, dass Eltern „Zeit für ihre Kinder haben“. Deshalb will sie auch das Betreuungsgeld ab 2013 einführen. Ein Schelm wer Böses denkt. Doch diese zu Recht als Herdprämie titulierte Leistung ist doppelt verlogen. Frau von der Leyen hat bei der Verkündung ihrer Ziele sicher die sehr gut situierte Familie vor Augen, wo der Vater soviel verdient wie drei Durchschnittsfamilien, die Mutter ehrenamtlich, sportlich und ebenfalls beruflich aktiv ist und die Kinder von einer Au-Pair oder einer Nanny betreut werden. Vielleicht gehen die Kinder auch zu einer privaten Betreuungseinrichtung. Soweit so gut sollte man meinen. Doch muss es dafür zusätzliches Geld geben? Käme jemand auf die Idee, sein Kind aus der Schule zu nehmen mit dem Argument, man wolle das Geld aus dem Bildungssystem ausgezahlt haben? Nein. Aber so ähnlich verhält es sich doch gerade bei der Debatte um Kinderbetreuung. Hier will man eine monetäre Ersatzleistung schaffen zum Bildungsangebot des Staates. Denn nichts anderes ist spielerische, frühkindliche Betreuung. Auch wenn einige es noch nicht verstanden haben. (mehr…)
17. September 2009
8. März 2009
Integration durch Bildung – und zwar sofort!
Foto Flickr (a_kep unter CC-Lizenz)
Deutschland ist ein Zuwanderungsland, dies stellt hoffentlich keiner mehr in Frage. Auf der kommenden Landesdelegiertenkonferenz (LDK) von Bündnis 90/Die Grünen NRW wird es auch einen Antrag B-01 zum Thema Bildungspolitik in Nordrhein-Westfalen geben. Leider fehlte mir darin die integrationspolitische Dimension die Bildungspolitik inne hat. Deshalb habe ich einen Änderungsantrag verfasst, der zentrale Integrations-Forderungen von mir und den Grünen beleuchtet. Ich würde gerne an dieser Stelle einige der Thesen aus meinem Änderungsantrag aufgreifen und näher erläutern. Dabei möchte ich betonen, dass Integrationspolitik in meinen Augen ein Querschnittsthema ist. Es beinhaltet Innenpolitik, Bildungspolitik, Sozialpolitik – ja sogar Gesundheitspolitik. An dieser Stelle soll es speziell um integrationspolitische Anforderungen an die Bildungspolitik in Deutschland und speziell in NRW gehen. (mehr…)
21. Juli 2007
Die neue Bürgerlichkeit
Wie ich hier und hier erfahren konnte fordern Kreuzberger Eltern in „ihrem“ Kiez SO36 eine neue evangelische Privatschule. Ihnen sind die staatlichen Schulen nicht gut genug:
Die wenigen staatlichen Schulen, die nicht zu 90 Prozent von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern und Migrantenfamilien besucht werden und deshalb Gnade vor den bildungsbewussten Eltern finden, liegen oftmals nicht in ihrem Einzugsbereich oder sind überlaufen.
Viel ist scheinbar nicht geblieben vom multi-kulturellen Leben, das wohl einige junge Eltern in früherer Zeit mit Blick auf Kreuzberg gepredigt haben. Bei den eigenen Kindern hört scheinbar die Toleranz oder besser die Akzeptanz auf. Denn natürlich dürfen die anderen Schulen bleiben, nur ihre Kinder sollten doch bitte auf eine deutschere Schule. (mehr…)