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2. Februar 2009

Parallelgesellschaft? Ja bitte!

Gespeichert unter: Politik, Queer — Schlagworte: , , — Ario @ 15:57

Immer wieder geistert der Begriff der Parallelgesellschaft durch die Medien. Parallelgesellschaft steht dabei für unterschiedlichste, negativ besetzte Dinge wie etwa Integrationsdefizite der zugewanderten Menschen, Verharmlosung von Straftaten („Ehrenmorde“), religiösen Dogmatismus und vieles mehr. Dabei verkennt man, dass unsere moderne Gesellschaft eine Gesellschaft der Parallelgesellschaften ist. Wer in einem post-aufklärerischen Sprachduktus von Leitkultur, „den Moslems“, „den Türken“ und „den Juden“ sinniert, der stellt die Errungenschaften der liberalen Gesellschaft in Frage. Gesellschaftspolitik bedeutet für mich, dass das Inidividuum im Vordergrund steht. Eine Kollektivisierung lehne ich genauso ab, wie  Kritik an dem Recht jedes Einzelnen sich sein Umfeld in dem er Leben möchte selbst auszusuchen. In einem wichtigen Abstraktionsschritt gilt es nämlich, das Zusammenleben aller Individuen friedlich, sozial gerecht und freiheitlich zu organisieren. Nicht die Parallelgesellschaften an sich zu verbieten. Eine Gesellschaft wird dann mehr sein als die Summe ihrer Einzelinteressen. Ist der Schöneberger Schwulenkiez keine Parallelgesellschaft? Ist das technoide Feiervolk Berlins nicht eine Parallelgesellschaft? Kann ich nicht zwischen den Parallelgesellschaften hin und her wandern und macht dies eine Gesellschaft nicht erst zu dem was sie ist? Parallelgesellschaften sind nichts Neues. Früher hießen sie Subkultur. Eine pauschale Ablehnung führt in meinen Augen zu einer post-aufklärerischen Leitgesellschaft. Zweifelsohne, Grundwerte der Verfassung müssen in allen Teilen der Gesellschaft gelten. Dies betrifft nicht nur Zugewanderte.

1. Februar 2009

Kein Grund zur Freude – 30 Jahre Iranische Revolution

Gespeichert unter: Politik, Reisen — Schlagworte: , , — Ario @ 18:06

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Foto Flickr (-john- unter CC-Lizenz)

Heute vor 30 Jahren verließ ein alter Mann namens Ayatollah Khomeini eine mit Hilfe von wohlhabenden Unterstützern gecharterte Air France Maschine auf dem Teheraner Airport und rief die Islamische Revolution aus. Seitdem ist der Iran nicht mehr das gesellschaftlich freie Land meiner Eltern sondern ein fremder, klerikaler Gottesstaat. Während anfangs noch liberale Geistliche, Marxisten und Studenten gemeinsam gegen den verhassten Shah, der soviele hungern und ausbluten ließ, auf die Straße gingen, stellte sich nach Khomeinis Ankunft aus dem Exil schnell heraus wer das sagen hatte. Die fundamentalistischen Hardliner und Mullahs. Sie exekutierten Hunderte, schickten die Linken ins Exil und ergötzten sich an ihrem politischen Erfolg. Heute befindet sich der Iran glücklicherweise im Umbruch, doch eine libertäre Gesellschaftsordnung wie es sie vor der Revolution gab liegt in weiter Ferne. Bezahlten doch damals, so ehrlich muss man sein, die Ärmsten der Armen den Preis für den Wohlstand in dem der freie Teil der Iraner bis 1979 lebte. Die Zeit des Shahs war, was die Verteilung von Wohlstand anging, verheerend. Gesellschaftlich aber sehr aufgeklärt und ökonomisch stets fortschrittlich. Es stand das Individuum im Mittelpunkt, nicht die Religion. Immerhin gut zu wissen, dass ein anderer Iran möglich ist. Ich wünsche es der Jugend von Herzen.

22. August 2007

Illegal? Scheiss egal!

Gespeichert unter: Politik — Schlagworte: , , — Ario @ 19:07

Illegale Menschen, illegale Drogen, illegale Partys, illegale Proteste. Unsere Gesellschaft bringt Dinge und Worte hervor, an die ich als libertärer, mitfühlender und nicht zuletzt linksorientierter Mensch nicht glauben möchte. Freie Menschen, freie Drogen, freie Liebe!

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